Fixierung in der Psychiatrie



Meiner Meinung nach wird viel zu schnell und zu leicht fixiert in der Psychiatrie.
Die Geschichte dieses Bildes verläuft umgefähr so:

Ich war mal wieder freiwillig in der Psychiatrie … naja nicht ganz.
Am ersten Tag sollte ich das Medikament Haldol nehmen, was ich aus verschiedenen Gründen nicht wollte. (wurde von den Nazis entwickelt, kein Bock darauf wie nen Zombie rumzulaufen und wie ne Pflegerin in ner anderen Psychiatrie sagte:“Haldol macht wohl“ kann ich nicht bestätigen. Aus meiner Erfahrung heraus, macht Haldol nicht wohl, sondern hohl.)
Als man mir dann die Zwangseinnahme androhte, dachte ich was solls, werde wohl eh mal wieder fixiert, und schrie sie an: „Ihr habt wohl nen Schatten“ oder ähnliches, und warf eine Plastikvase an die Fensterscheibe. Die Vase blieb heil, es spritze bissle Wasser an die Scheibe und es wurde keine lebende Person getroffen, trotzdem war meine erstere Fixierung über vier Tage ausgelöst. OK, ich war aggresiv, meiner Meinung zwar mit Recht, aber egal, denn dies war nicht die Geschichte des obrigen Bildes.
Diese Geschichte ist eine Andere.

… Nämlich die Geschichte meines Beschlusses über 6 Wochen.

Naja wie ging es weiter.
Irgendwann gabs Ausgang und die üblichen Prozedere, neues zusätzliche Medikament (Amilsulprit), neben Höchstdosis an Risperdal Consta, später anderes neues Medikament dazu (Ergonyl), neben Valium, was so Standartmässig gegeben wird usw …
Die Tage vergingen und ich sprach an, ob ich nicht zu meiner Oma zum Geburtstag gehen könne. Der lag innerhalb der Woche und man sagte mir das ginge nicht so einfach, aber am Wochende, da könne man nochmal darüber reden. Also stimmte ich zu, da auch erst am Freitag gefeiert werden sollte. Ich sprach es jede Woche in der Visite an und wurde auf die nächste Woche vertröstet. Eine Woche vorher wurde mir dann gesagt ich könne fahren. Aber was geschah …
Mit einer lächerlichen Begründung wurde mir dann ein Tag vorher gesagt ich könne doch nicht …
Mir gehe es angeblich nicht gut genug. Dabei ging es mir ziemlich gut im Verhältnis zum Anfang. Weinend und mit meinem Vater telefonierend, um ihm zu sagen es ginge doch nicht, ging ich den Gang runter und da stand mir der Medikamenten wagen in meinem Weg oder so ähnlich, auf jeden Fall hat sich meine Vermutung bewahrheitet. Meine Oma starb am letzten Sonntag, den 1. Mai und ich habe ihren letzten Geburtstag nicht miterlebt wegen unsensiblen Leuten, die einen Beruf ausüben, der meiner Meinung nach mehr Sensibilität vorraussetzt, als sie an den Tag gelegt haben.

Denn dies ist die Geschichte vom obrigen Bild. (es waren nur weitere drei Tage Fixierung)

Meine längste Fixierung dauerte 3 Wochen an.
Wie schaut es bei euch aus?
Habt ihr Erfahrung mit Fixierung(en)?
Was denkt ihr darüber?
Oder habt ihr womöglich schonmal jemanden Fixiert?

PS: freue mich über jeden Kommentar
Interview mit Mathias Seibt

6 Gedanken zu „Fixierung in der Psychiatrie“

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