Warum ich keine Psychopharmaka mehr nehmen will:

voltaire

Sehr geehrte behandelnde Psychiaterin, hiermit erkläre ich Ihnen voll umfänglich, warum ich keine Psychopharmaka mehr nehmen will…

Sie verabreichen mir einmal im Monat Xeplion von der Firma Jansen und Jansen. Dieses Medikament verursachte in Japan bei 17 von 100 Patienten den Tod. [1.] Ich habe so gut wie jede Nacht Schlundkrämpfe. Die Äussern sich in der Art, dass wenn ich (fast immer sehr früh zwischen 4h und 6h) aufwache eine geschwollene Zunge habe, die mir im Rachen hängt, eine Dyskenesie im Gesicht bei der sich vor allem mein Mund zur linken Seite hin verzieht und mir hinunter hängt, Krämpfe in den Händen, Druck auf der Brust (Xeplion verlängert nachweislich durch Ihnen vorliegendes EKG die QT-Zeit [2.][3.]) und bin selbst nach nur einer halben Stunde Schlaf Schweiß gebadet und habe tierische Kopfschmerzen.

Ich schlafe, nicht nur weil ich jede Nacht träume ich ersticke, sondern weil mein morgentlicher Zustand dies auch wiederspiegelt, viel zu schlecht und vor allem mit viel zu vielen Unterbrechungen, da ich ständig schreckhaft aus dem Schlaf aufwache (heute Nacht wieder mit Herzproblemen bis 4h im Bett gelegen, dann aufs Klo, danach konnte ich bis 6h Schlafen, da war noch alles mit der Zunge und dem Schleim in Ordnung, dann halbe Stunde Marathon-Krampf-Koma-Schlaf und dann wie oben beschrieben.), und viel zu kurz. Ich bin jeden Morgen zwischen 2h nachts und 6h morgends unausgeruht wach.

Nicht nur träume ich schlecht, z.B. dass ich wieder auf dem Fixierbett liege und am ersticken bin, sondern ich bin vor allem so gut wie jeden Morgen unausgeruht und fix und fertig mit den Nerven.

Wenn das der Preis sein soll, weniger psychotisch zu sein, dann verzichte ich dankend und gehe lieber das Risiko ein, auf meiner eigenen Verantwortung, wieder psychotisch zu werden.

Wenn es bedeutet, dass ich psychotische Symptome gegen folterähnliche Zustände eintausche, gehe ich liebend gerne das Risiko ein lieber psychotisch, aber glücklicher zu sein, ein.

Xeplion kostet die Krankenkasse zwischen ca. 400-900 Euro, je nach Anbieter. [4.] Das Landeskriminalamt Wiesbaden hat die Praktiken der Pharmareferenten und der Pharmaunternehmen mit dem Organisierten Verbrechen verglichen. [5.] Wenn Sie teil eines solchen Systems sein wollen, dann ist das Ihr Ding, ich will das nicht!

Sie brauchen mir auch keine alternativen „Medikamente“ zu verschreiben, denn ich habe alle, ausser Leponex(Clozapin) und Lizium durch. Beide lehne ich wegen deutlich erhöhter Mortalität ab. [6.]

Ich lehne vor allem auch Zyprexa von Ely Lilly ab, da es auch eine Erhöhte Mortalität verursacht und deshalb nach einer Milliardenklage in den USA z.B. schon verboten ist. [7.]

Bei Amilsoprid hatte ich verstärkte psychotische Symptome und nahm über 20 Kilo zu, deshalb lehne ich auch dies ab.

Bei Fluanxol hatte ich vertsärkte psychotische Symptome und deshalb lehne ich auch dies ab.

Bei Haldol hatte ich extreme Dyskenesien trotz zusätzlicher Einnahme von Akineton, deshalb lehne ich vor allem auch dieses Psychopharmaka ab.

Bei Risperdal hatte ich extreme Kopfschmerzen und leichte Dyskenesien und war trotzdem psychotisch, deshalb lehne ich auch dieses Psychopharmakon ab.

Volmar Aderhold, einer der wenigen Psychiater, die die Wirkung von Neuroleptika erforscht, besonders mit Blick auf ihre Wirksamkeit stellte fest, dass zwar in den ersten zwei Jahren, eine verminderte „Rückfallrate“ vorliege, aber statistisch nach sieben Jahren es keinen Unterschied zwischen Kontrollgruppen diagnostizierter Menschen, die keine Neuroleptika nehmen, bzw nahmen, und diagnostizierten Menschen, die Neuroleptika nahmen, gibt. Das liegt alleine daran, weil nach sieben Jahren sich so viele Rezeptoren nachbilden, dass man tödliche Dosen geben müsste, um die selbe „Symptomreduzierung“ zu erreichen. [8.]

Joanna Monchrief, eine Neurologin erforschte die Streuung der Neuroleptika im Gehirn und gelang zum Schluss, dass sie mehr negative Effekte, als positive Effekte machen. [9]

Felix Hasler, ein schweizer Neurologe kommt in seinem Buch Neuromythologie zu ähnlichen Schlüssen. [10.]

Bis heute ist die Dopaminhypothese nur eine Hypothese und nirgends bewiesen. Senden sie mir einen Beweis, für die Dopaminhypothese und ich überdenke vielleicht meine Entscheidung.

Es werden nur Symptome unterdrückt, aber nicht die Ursachen behandelt.

Wenn ich folterähnliche Zustände und gesundheitliche Einbußen machen muss, entscheide ich mich bei ihrer biologistischen Scheinwissenschaft, liebend gerne für das Risiko psychotische Episoden zu haben. Die gehen auch von alleine in den meisten Fällen zurück und sind nur episodisch.

Da ich eh durch die stigmatisierende Diagnose alle meine Jobs verloren habe, obwohl ich vorher für meine Arbeitsleistung in den Himmel gelobt wurde, kann ich gerne auf das Krankheitsbild verzichten.

Würde die Psychiatrie anstatt von den Krankenkassen, bei den Sozialkassen abrechnen, fiele es Psychiatern vielleicht leichter vom stigmatisierenden Krankheitsbild wegzukommen und soziologische Fragen in den Vordergrund zu heben und die Krise als das anzusehen, was sie wirklich ist, soziale und seelische Probleme.

Ich selber glaube nicht an Drogen die mir Liebe vorgaukeln oder Empathie oder irgend ein Glücksgefühl erzeugen, wenn ich drinnen noch tief unglücklich sei.

Meiner Meinung liegen die Ursachen meiner Psychose in traumatischen Erfahrungen (an mir verübte Vergewaltigung, Amoklauf auf der Arbeit, Pistole an den Kopf gehalten bekommen von Ex-Freund mit dem mich meine Ex-Freundin betrogen hat, Fixierungen in der Psychiatrie) und meiner unnötigen Flucht ins Kiffen und vor allem dass ich schon mit 15 Jahren gekifft habe, als mein Gehirn noch in der Entwicklung war. [11.] Da ich seit 15 Jahren nicht mehr kiffe und seit 8 Jahren weitestgehend stabil bin, sehe ich keinen Grund mehr Psychopharmaka zu nehmen.

Insofern stehe ich zu meiner Entscheidung, und setze mit heutigem Tag (07.01.2019) Xeplion ab. Da es noch vier Monate im Blut bleibt, beruhigen Sie sich bitte. Das letzte mal als ich es absetzte, 2014, hat es niemand gemerkt, ich war 2 Jahre ohne Psychose medikamentenfrei und kenne deshalb genug was auf mich durch das Absetzen zu kommt.

Der einzige Grund warum ich 2016 wieder zustimmte Xeplion zu nehmen, war der Stress durch den Amoklauf auf meiner Arbeit bei der Deutschen Bahn und damit mich meine Familie und auch Sie in Ruhe lassen. Ich konnte den Stress durch Sie und meine Familie zusätzlich nicht gebrauchen. Deshalb ging ich damals den Weg des geringsten Wiederstands.

Gruß

Lino Casu

  1. Spiegel Online zu den Todesfällen mit Xeplion http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/paliperidon-injektion-in-japan-sterben-17-schizophrenie-patienten-a-963537.html
  2. Neuroleptika und QT-Zeit https://edoc.ub.uni-muenchen.de/6690/1/Heid_Veronika.pdf
  3. Xeplion und QT-Zeit „Dieses Arzneimittel kann zu EKG-Abweichungen führen, die zeigen, dass ein elektrischer Impuls längere Zeit durch einen bestimmten Bereich des Herzens wandert (bekannt als „QT-Verlängerung“). „ https://www.patienteninfo-service.de/a-z-liste/xyz/xeplionR-25-mg-50-mg-75-mg-100-mg-150-mg-depot-injektionssuspension/
  4. Durchschnittlicher Preis Xeplion https://www.medpex.de/xeplion-100mg-depot-injektionssuspension-p7568689
  5. Vortrag Georg Schramm (Psychologe, Psychiater und Kabaretist) über das Verbrechersystem der Pharmaindustrie https://soundcloud.com/linopc/georg-schramm-meineid-des
  6. Mortalitätsstudie durch Neuroleptika von Volkmar Aderhold (Psychiater) http://www.bpe-online.de/verband/rundbrief/2007/3/aderhold.htm
  7. NBC über die Klage gegen Ely Lilly wegen Zyprexa http://www.nbcnews.com/id/28677805/ns/health-health_care/t/eli-lilly-settles-zyprexa-lawsuit-billion/
  8. Vortrag Volkmar Adernholds (Psychiater) über Neuroleptika https://www.youtube.com/watch?v=9qRpOHsoSHs
  9. Joanna Monchrieff (Neurologin) Vortrag über Wirksamkeit von Neuroleptika https://www.youtube.com/watch?v=IV1S5zw096U
  10. Felix Hasler (Neurologe) zu seinem Buch Neuromythologie https://www.youtube.com/watch?v=PQBLVVzikIo
  11. Psychose und Kiffen (Artikel der Zeitung die Welt)
  12. Medikamentenreduktion und Genesung von Psychosen (Buch von Jann Schlimme / Psychiater und Psychologe) (kann man beim Psychiatrieverlag bestellen)
  13. Leitfaden zum risikoarmen Absetzen von Psychopharmaka vom Ikarus Projekt als PDF

PDF

Lino Casu – Pace e Liberta

Mighty Oaks – Where I am / Storm

Mighty Oaks (full live) Bauhaus

Gregor Meyle – Hier spricht dein Herz