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STOLPERSTEINE IN RÜSSELSHEIM – Film by Lino Philipp Casu – für http://www.stolpersteine-ruesselsheim.de/

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STOLPERSTEINE IN RÜSSELSHEIM – A Film by Lino Philipp Casu for:

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Revolutionärer Kampf (RK)

https://linocasu.org/up/Den%20Namen%20Revolution%C3%A4rer%20Kampf.doc

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Revolution%C3%A4rer_Kampf

Den Namen Revolutionärer Kampf (RK) gab sich eine aus der antiautoritären Studentenbewegung von 1968 hervorgegangene informelle politische Organisation in Frankfurt am Main, die sich zuvor „Betriebsprojektgruppe“, (BPG Frankfurt), genannt hatte. Es handelte sich um einen Zirkel sozialistischer Studenten, die eine „Proletarische Revolution“ in Westeuropa für notwendig hielten und darauf hinarbeiten wollten. Nach dem Vorbild einiger operaistischer Gruppen aus Italien (zum Beispiel Potere operaio oder Lotta Continua) sollten in einem ersten Schritt politisch aktive Betriebsgruppen aus Studenten und Arbeitern in Fabriken gebildet werden. Damit grenzte sie sich von anderen Richtungen und Organisationen in der Nachfolge der Studentenbewegung ab, wie der KPD/AO, die in ihren Augen ohne jeden Kontakt zum Proletariat am Schreibtisch Lenin-Exegese und Marx-Philologie betrieben. Sie bildeten eine Betriebsgruppe bei den Opel-Werken in Rüsselsheim, die aber dort keinen nennenswerten Erfolg hatte, und sich nach einigen Jahren weitgehend auflöste. Der RK erweiterte seine politische Tätigkeit außerhalb der Fabriken, eine Frauengruppe bildete sich zu feministischen Themen, um die Betriebsarbeit bei Opel kümmerte sich ein „Opel-Kollektiv“. Ab 1973 arbeitete der RK maßgeblich an der Frankfurter Sponti-Zeitung Wir Wollen Alles (WWA) mit, dessen erstes großes Thema der Frankfurter Häuserkampf war.

Bekannte Mitglieder des Revolutionären Kampfes waren der spätere Kabarettist Matthias Beltz, der mehrere Jahre bei Opel blieb und es bis zum Vertrauensmann brachte, der Gründer des Frankfurter Varieté-Theaters Tigerpalast Johnny Klinke, der Psychoanalytiker und Sexualwissenschaftler Reimut Reiche sowie die Politiker Tom Koenigs, Daniel Cohn-Bendit und Joschka Fischer, und der Publizist Thomas Schmid.

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Matthias Beltz

https://linocasu.org/up/Matthias%20Beltz.doc

http://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Beltz

http://www.matthiasbeltz.de/

Matthias Beltz

Matthias Beltz (* 31. Januar 1945 in Wohnfeld/Vogelsberg; † 27. März 2002 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Kabarettist und freier Autor.

Nach dem 1964 in Gießen abgelegten Abitur studierte er in Marburg und ab 1968 in Frankfurt am Main Jura, wurde hier Mitglied des Sozialistischer Deutscher Studentenbund (SDS), ab Sommer 1970 bis Frühjahr 1971 Gerichtsreferendar. Beltz arbeitete vom 1.7.1971 bis zum Sommer 1977 bei der Adam Opel AG im Rahmen der weltrevolutionären Bestrebungen der Gruppe Revolutionärer Kampf in Frankfurt am Main, trat gleichzeitig auf Kabarettbühnen auf, eröffnete im Herbst 1988 zusammen mit Johnny Klinke und Margareta Dillinger das Varieté “Tigerpalast” in Frankfurt. Aber erst 1989 hatte Beltz mit Gnade für niemand – Freispruch für alle das erste Soloprogramm.
Auszeichnungen u.a.: Deutscher Kleinkunstpreis (1993), Adolf Grimme-Preis in Gold (1993), Stern der Satire auf dem Walk of Fame des Kabaretts in Mainz (posthum, 2004).

Matthias Beltz - Top Secret

Soloprogramme:

Freispruch für alle – Gnade für niemand (1989–1991)
Füße im Feuer (1991–1994)
Henker gesucht (Zwischenprogramm Sommer 1993)
Die paar Tage noch (1994–1997)
Mehr Geld, weniger Ärger (Zwischenprogramm Frühjahr/Sommer 1997)
Notschlachten (1997–2000)
Eigenes Konto – Wenn alles sich rechnet + niemand bezahlt (2000–2002)

Zitate:

Wenn der Mann jung ist, hat er einen Wunsch: Er will von zu Hause weg. Kaum ist er von zu Hause weg, gründet er eine Familie, und dann will er schon wieder von zu Hause weg. Und da gibt es nur eine Möglichkeit: Er geht zur Arbeit.

In jedem von uns steckt ein Mensch, man muß ihn nur herauslassen.

Brüder zur Sonne … Schwestern zum Mond!

Der Mann war angeklagt wegen Doppelmords an seinen Eltern. Und zum Schluss hat er um mildernde Umstände gebeten, weil er ja jetzt Vollwaise ist.

Sprache [dient] nicht der Kommunikation zwischen Menschen, bloß der Erzeugung von kommunikativem Geräusch.
So kommt es immer wieder zu ethnischen Unhöflichkeiten.

Die Helden sind tot, das Mittelmaß regiert, drum brauchen wir ein Leitbild.

[D]er Film »Apocalypse Now« wäre nie so gut geworden, wenn die Amerikaner vorher nicht jahrelang da geprobt hätten.

Rechtsanwälte sind diejenigen, die als einzige noch wissen, worum es geht: nicht um die Wahrheit, sondern um die Beweislage.

(Über Lehrer) Immer in der Schule zu bleiben ist auch eine Möglichkeit, sich mit der Welt abzufinden.

Das Fernsehen organisiert die Diktatur des Proletariats über die Kleinbürger seiner Macher und Gucker.

Ich sage nichts dagegen, daß Politiker korrupt sind und verlogen und eigennützig. So verlangt es die Kunst des Regierens seit ewigen Zeiten. Aber es muß auch regiert werden und nicht gejammert.

Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Aber wo geht sie hin?

Die Wirklichkeit ist so ernst, daß wir sie nicht länger ernst nehmen dürfen.

In diesem 20. Jahrhundert haben wir Deutsche, sagen wir einmal, unter uns, relativ viel nicht nur gute Sachen gemacht.

Wenn die Leute drei Wochen Urlaub haben, dann fahren sie sofort nach der Arbeit weg, weil sie 1000 Kilometer fahren müssen und gern übermüdet und haßerfüllt im Stau stehen.

Der ICE ist ja der Zug, der so schnell fährt, daß er immer ein bißchen zu spät kommt. Das ist die angewandte Relativitätstheorie.

Dauernd danken irgendwelche Idioten einem für unser Verständnis. Wenn der Zug Verspätung hat – wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.

Die entscheidende Frage am Ende dieses Jahres ist doch: Wie hat es so weit kommen können, daß wir an einem Punkt angelangt sind, wo man sagen muß, hier sind wir.

Wenn ich in den Spiegel guck, dann gruselt’s mich. Da brauch ich kein Video.

Jeden Morgen will ich nicht aufwachen, weil ich im Traum schon weiß, daß es mich gar nicht gibt und wie furchtbar es ist für ein Nichts, wach zu werden und ein Etwas spielen zu müssen.

(Über Wilhelm Busch) Der Mensch von heute, und das gilt gerade heute immer noch, ist geprägt von einer schlechten Laune, für die er unaufgeklärt selbst verantwortlich ist, die er aber gern an anderen ausläßt.

Wer nicht weiß, wie’s weitergeht, dem hilft die Religiosität.

(Mitleid) ist ein sehr unterhaltsames Gefühl, ich habe lieber Mitleid, als selbst ein Neger zu sein.
(Über die Bedeutung der Opposition) Der ganze Laden funktioniert nur, wenn es genügend Leute gibt, die dagegen sind, damit diejenigen, die eigentlich dafür sind, wissen, wofür sie sind, nämlich für die Erhaltung dessen, was die anderen angreifen.

Vollkommen sein zu müssen wie Gott kann einen Eingriff in die Schöpfung erfordern, bei Himmler die Ausrottung der Juden, den nur starke moralische Persönlichkeiten in fester religiöser Bindung ausführen können.

Das ganze Grundgesetz besteht ja überwiegend aus Angst vor der Demokratie.

Die Ehre könnt Ihr uns nehmen, die Freizeit nicht!

Die einen sagen, dass Gott existiert, die ander’n, dass Gott nicht existiert. Die Wahrheit wird, wie so oft, in der Mitte liegen.

Erst fordern deutsche Jugendliche sichere Arbeitsplätze und sichere Renten und dann gehen sie zum Bungeespringen.

Früher hieß es noch: Durch den Türspalt der Entrüstung linst die Lüsternheit. Heute ist die Tür ausgehängt.
Hesse sein heißt: Gefährlich leben wollen zu müssen.

Kabarettisten haben alle einen Hau. Sie sind zu klein, kommen aus der Provinz, haben einen Sprachfehler oder irgendeinen anderen Schaden.

Unglück, dein Name ist Scharping

Wenn ich wüsste, dass es nach dem Tod weitergeht, würde ich erst gar nicht sterben.

Wer mich bitterböse findet, hat offenbar den Kontakt mit der Wirklichkeit verloren.

Europa ist wie eine Wohngemeinschaft. Jeder greift in die Haushaltskasse, aber keiner bringt den Müll runter.

Wenn alle Stricke reißen,
können wir uns ja immer noch aufhängen…

Das Schröder Kanzler werden will, zeigt, daß er Sinn für Humor hat.

Momendemal!

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